December 7, 2007 at 11:37 am · Filed under Offtopic, Wiedergekäut
Das war’s dann mit 2007. Derzeit schauen alle auf allen Medien - Print, Hör- und Bildfunk wie auch Online - nur zurück. Als Suchmaschine macht man das, indem man das Jahr in Hitlisten der wichtigsten Suchbegriffe auf den Punkt bringt. Der SF Chronicle berichtet diese Woche von den besonderen Methoden, mit der jede Suchmaschine das macht. Yahoo reinigt seine Top Ten etwa um alle generischen Begriffe und bekommt so Britney Spears auf Platz 1. Direkt hinter den Raufern der WWE folgt dann auf Platz 3 eine weitere wichtige Persönlichkeit: Paris Hilton. Viel technischer geht es dagegen bei Google zu. Auf dem 1. Platz ist das iPhone, gefolgt von – hä? – Webkinz (btw: vergleicht mal diese Seite mit www.fragfinn.de und man kann über diesen Sites über alle Dimensionen der Unterschiede zwischen D-Land und USA philosophieren) und TMZ. Nun ja, das seien, so die Google-Geeks, die Suchbegriffe mit den höchsten Steigerungsraten im fast vergangenen Jahr. Auf diese Weise taucht dann auf Platz 9 Facebook und danach - na wenigstens eine, und dazu eine wirklich tragische - Anna Nicole Smith auf.
Ask.com ist dagegen gaaanz ehrlich. Ganz unredigiert taucht dadurch auf Platz 3 Google auf. Verstehe ich zwar nicht, warum ich auf eine Suchmaschine gehen muss, um dann eine andere einzugeben, aber bekanntlich lügen Statistiken ja nicht. Warum aber nicht einmal in dieser Statistik Sex auftaucht, verstehe ich gar nicht. Bei der Yahoo und der Google Statistik sind jeweils zwei elegante Wege beschritten worden, diese erste Fundamentalweisheit des Webs, dass Sex so vieles im Netz antreibt, suchbegriffstechnisch auszuklammern… Aber bei Ask?? Gehen da nur die Saubermänner und -frauen hin? Oder hat sich in diesem Jahr ganz unbemerkt etwas ganz grundsätzliches verändert? Oder – aua - sind gar Britney Spears und Paris Hilton jetzt die Inbegriffe von Sex und wird nach denen eben nicht bei ask gesucht? Oder verspechen sich Ask-Sucher bei dictionary (Platz 2), area codes (Platz5) oder Weather (Platz 7) mehr Sex als bei den beiden eben genannten Damen, oder was? Was soll da 2008 erst bringen…
June 10, 2007 at 7:12 pm · Filed under Offtopic
Die letzten zweieinhalb Wochen haben wirklich keinen Spaß gemacht. Verklemmter Nacken, die Bedienung der Tastatur bereitet nur Schmerzen, der Rücken wird immer härter, erledigt wird nur noch das Notwendigste… Vergangenen Donnerstag ging dann nichts mehr. Lumbago. Hexenschuss. Bewegungsunfähig (o.k. ich gebe es zu, ich habe trotz dieser Ausganglage einen Golfschwung probiert und dann war es passiert…). Da habe ich mich an meine Freundin Alexandra erinnert, die mir von ihrem Wundermann erzählt hat. Also los, wenn sonst nichts mehr hilft, vielleicht hilft Dr. Miyashita.
Dr. Miyashita residiert in Menlo Park, hinter Stanford direkt gegenüber von meinem Lieblingsabholchinesen. Es hat sicher lustig ausgesehen, wie ich die schmalen Treppenstufen zu seiner Praxis hochgeklettert bin. Links und recht gehen in einem Korridor Türen zu kleinen Bürosuites ab, die sicher alle so groß sind wie die von Dr. Miyashita: zwei kleine, hintereinander liegende ca. 8 - 10 Quadratmeter große Räume. Im ersten Raum zwei Stühle und ein Paravent, hinter dem es sehr voll gestopft aussieht - das Wartezimmer. Durch eine Tür verbunden das Behandlungszimmer: eine Liege, die Wände entlang zwei Regale mit Gläsern, in denen Kräuter und Medizin lagern, die japanisch beschriftet sind, zwischen die Regale gedrängt, ein Brett mit einer kleinen Buddhafigur mit einigen Opfergaben, ans Fenster gequetscht ein kleiner Schreibtisch, dazwischen bleibt nur Raum für sehr schmale Durchgänge. Dr. Miyashita, eine kleine Figur in einem etwas zu weiten weißen Arztkittel, hat sich meine Leidensgeschichte angehört, gekichert, als ich vom Golfschwung erzählte und sich dann noch zeigen lassen, wo es am meisten weh tut (recht unten). Und dann gesagt, bei manchen helfe es sofort (und ich denke mir, red du nur…). Dann habe ich mich mit Mühe auf die Liege gebettet und er hat er mir drei Nadeln in die linke Hand gestochen. Und die Nadeln auch noch ein paar Mal bewegt. Dazu gelacht und ein paar Geräusche gemacht, die ich auch mache, wenn ich Säuglinge beruhigen oder unterhalten will.
Die nächsten 45 Minuten sind nur verschwommen in meiner Erinnerung. Dr. Miyashita hat mir über Akupunktur erzählt, von seiner Tai Chi Meisterin, aber auch über die bekloppte Ernährungsweise der Amerikaner, die Weltpolitik im Allgemeinen, darüber, dass man nach jeder Mahlzeit seine Zähne putzen soll und noch einiges mehr. Danach kam das Wunder: er hat die Nadeln gezogen und ich bin einfach aufgestanden… Ohne Schmerzen (o.k. da war noch ein leichtes Ziehen). Aber ich konnte wieder gerade gehen. Ich konnte ins Auto einsteigen, ohne wie ein 95-jähriger Greis zu wirken. Das hält weiter an. Gestern habe ich schon wieder viele Stunden am Schreibtisch verbracht, heute sogar das erste Mal wieder die Beine auf einen Stuhl gegenüber hochgelegt. Das ging seit Wochen nicht mehr. Unglaublich, aber es funktioniert. Auch das ist mitten im Silicon Valley.
Und ab morgen gibt es wieder mehr auf Silicommdada!