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Silicommdada

Auf dem Steckenpferd unterwegs im Silicon Valley

Archive for Wiedergekäut

Abschied von Blue-ray

Puuhhh - meine Themenliste für Silicommdada ist lang, die Liste der anderen Dinge, die zu tun sind ist aber länger und enthält zur Zeit wichtigere Dinge. Wir nutzen aber eine kurze Atempause für einen Abschied: Und damit das ganze ökonomisch ausfällt sagen wir nicht nur zur HD DVD Tschüss sondern verabschieden uns auch gleich von der Blue-ray Disk.

Denn wie uns der Economist vergangene Woche vor Augen führt, wird die Kapitulation von Toshiba den Tod der Blue-ray Disk nur hinauszögern. Denn eigentlich geht es um den Vertrieb von Filmen im Internet. Und auch wenn Hollywood dies zur Zeit noch sträflich ignoriert - die Kunden haben eigentlich schon entschieden. Sie wollen ihre Filme online bestellen, kaufen und dann sofort runterladen. Das zeigt etwa das erfolgreiche Beispiel der Seite www.zml.com, die für $ 1,99 Filme zum Download anbietet. Der kleine Schönheitsfehler der Seite: es ist eine Piraten-Site.

Aber es gibt ja auch die legalen Beispiele wie Apples iTunes Store, der bereits Filme verkauft oder auch mein DVD Verleiher Netflix, der seit einigen Monaten Filme zum Download anbietet. Die haben alle (noch) den Nachteil, dass sie zum Teil fürchterliche Nutzungsbedingungen oder komplizierteste Verfahren und Softwares als Kopierschutz verwenden. Und damit ist das Thema natürlich im Kern meines Interessensgebietes: wie kommt hier eine Einigung über einen Standard daher, die es allen Seiten ermöglicht, künftig im Internet Geld zu verdienen und die Kunden nicht vor unüberbrückbare Bedienungsprobleme stellt.

Das wird kommen, sagen die schlauen Econimisten. Und das glaube ich auch.  Vor allem wird der ökonomische Leidensdruck über nicht-verdiente Dollars im laufenden Jahr weiter so zunehmen, dass die Lösung bald kommt. Deshalb kaufe ich mir auch kein HD oder Blue-ray Disk Laufwerk, sondern bleibe bei dem einen DVD Player ($ 59) und investieren das gesparte Geld in Kinobesuche samt Popcorn. Da machen die Filme sowieso noch mehr Spaß….

Schlaues zum Valley in der FAZ

Eine schöne Reportage ist mir am Wochenende in der FAZ aufgefallen. Er bringt die Essenz des Valleys auf den Punkt: es sind die Jungen (und Wilden), die die etablierten Firmen jagen - und als Talente von ihnen gejagt werden. Dazu kommen ein paar schöne atmosphärische Beobachtungen. Deshalb fällt es kaum ins Gewicht, dass der Autor Patrick Bernau ein paar alte Hüte herauskramt, wie etwa das “Szene-Restaurant” Buck’s, das auch Klaus Kleber in seiner sehr guten Valley Reportage als Fixstern verwendet hat. Außerdem sehr gelungen (und gut kopiert, weil es hier überall mit etwa 50 Namen mehr als Poster zu haben ist): die Karte des Valleys, die zeigt, wie nahe sich hier die ganzen großen Namen sind - zumindest geographisch gesehen.

Der feine Unterschied zwischen San Jose, Mountain View und San Francisco

Die New York Times bietet heute einen sehr schönen Artikel über das Silicon Valley. Nach dem Studium werdet ihr wissen, was den Unterschied zwischen den verschiedenen Städten und Städtchen in dieser Region ausmacht und warum auch ich plötzlich finde, dass man doch eigentlich mit einem T-Shirt und einer (langen) Jeans ordentlich angezogen ist ;-) Have fun!

Trau nur der Hitliste, die Du selbst…

Das war’s dann mit 2007. Derzeit schauen alle auf allen Medien - Print, Hör- und Bildfunk wie auch Online - nur zurück. Als Suchmaschine macht man das, indem man das Jahr in Hitlisten der wichtigsten Suchbegriffe auf den Punkt bringt. Der SF Chronicle berichtet diese Woche von den besonderen Methoden, mit der jede Suchmaschine das macht. Yahoo reinigt seine Top Ten etwa um alle generischen Begriffe und bekommt so Britney Spears auf Platz 1. Direkt hinter den Raufern der WWE folgt dann auf Platz 3 eine weitere wichtige Persönlichkeit: Paris Hilton. Viel technischer geht es dagegen bei Google zu. Auf dem 1. Platz ist das iPhone, gefolgt von – hä? – Webkinz (btw: vergleicht mal diese Seite mit www.fragfinn.de und man kann über diesen Sites über alle Dimensionen der Unterschiede zwischen D-Land und USA philosophieren) und TMZ. Nun ja, das seien, so die Google-Geeks, die Suchbegriffe mit den höchsten Steigerungsraten im fast vergangenen Jahr. Auf diese Weise taucht dann auf Platz 9 Facebook und danach - na wenigstens eine, und dazu eine wirklich tragische - Anna Nicole Smith auf.

Ask.com ist dagegen gaaanz ehrlich. Ganz unredigiert taucht dadurch auf Platz 3 Google auf. Verstehe ich zwar nicht, warum ich auf eine Suchmaschine gehen muss, um dann eine andere einzugeben, aber bekanntlich lügen Statistiken ja nicht. Warum aber nicht einmal in dieser Statistik Sex auftaucht, verstehe ich gar nicht. Bei der Yahoo und der Google Statistik sind jeweils zwei elegante Wege beschritten worden, diese erste Fundamentalweisheit des Webs, dass Sex so vieles im Netz antreibt, suchbegriffstechnisch auszuklammern… Aber bei Ask?? Gehen da nur die Saubermänner und -frauen hin? Oder hat sich in diesem Jahr ganz unbemerkt etwas ganz grundsätzliches verändert? Oder – aua - sind gar Britney Spears und Paris Hilton jetzt die Inbegriffe von Sex und wird nach denen eben nicht bei ask gesucht? Oder verspechen sich Ask-Sucher bei dictionary (Platz 2), area codes (Platz5) oder Weather (Platz 7) mehr Sex als bei den beiden eben genannten Damen, oder was? Was soll da 2008 erst bringen…

Eine gute Adresse!

Was haben Google, Paypal und der Mäusemacher Logitech gemeinsam? Kaum zu glauben: sie haben alle einmal im Gebäude 165 University Street in Palo Alto residiert. Die New York Times berichtet heute in einem schönen Artikel, dass das Gebäude wegen diesem guten Karma auch andere Mieter anzieht. Unbedingt lesen - ich werde in der Zwischenzeit, wenn ich später aus Stanford nach Hause fahre, einmal ganz langsam die University langgehen und mir das Gebäude ganz genau anschauen.

Wiedergekäut: NY Times über Google, Menschen und Mahalo

Yo, eine neue Kategorie. Es gibt Artikel, die darf man einfach mal so, aufs wesentliche gekürzt, an die geneigten Leser weiter geben…

Also: Die NY Times vom vergangenen Sonntag schreibt über Google und die, die Google ablösen wollen. Und warum ich Google und die, die Google ablösen wollen, als heimliche Herrscher und Türsteher des Webs zugleich ansehe, habe ich ja schon mal geschrieben. Zunächst aber bringt die NY Times ein paar Zahlen, warum das Suchmaschinengeschäft so viel Spaß macht. Zum Beispiel, die Umsatzrenditen. Bei Google betrug die im vergangenen Jahr 29 Prozent, bei Amazon betrug sie dagegen nur 1,8. Oder der Verweis auf den Eintrag des bloggenden Microsoft-Managers Don Dodge, der ausgerechnet hat, das ein Prozent Marktanteil am Suchmaschinenmarkt etwa eine Milliarde Dollar Marktkapitalisierung bedeutet…

Nun, dann geht es über Suchmaschinen, die es mit neuer Technologie versuchen, etwa Powerset (die mit der natürlichen Sprache) oder Hakia oder Accoon. Weiter geht es zu den Suchmaschinen, die die User abstimmen lassen: Squidoo, Sproose und NosyJoe (offensichtlich macht es inzwischen gar nichts mehr aus, wie man heißt…). Dazu kommen Exoten wie Bessed, die Abstimmung und redaktionelle Nachbearbeitung kombinieren und schließlich ChaCha, bei der man mit einem echten Menschen über Suchhilfe chatten kann.

Und schließlich landet der Artikel (von Randall Stross geschrieben, thanks for that one, btw) bei Mahalo. Mahalo - “Danke Schön” auf Hawaiianisch - macht etwas völlig unglaubliches: da suchen Menschen zu Schlagwörtern die besten Seiten raus und dann wird das sortiert präsentiert. Ich habe an dieser Stelle aufgehört, den Artikel zu lesen, bin an den Rechner (ja, ich hatte die Printversion, mein liebstes am Sonntag!) und habe mir das erst einmal angeschaut (also bitte, bis gleich). Ja - macht Sinn, oder? Es sind zwar erst 5000 Schlagwörter, aber die Ergebnisse sind auf alle Fälle sehr schön gemacht. Ein echter Fortschritt, zumindest für Standardfälle und erste Orientierung. Tja, soll das heißen, dass die klassischen journalistischen Tugenden der guten und tiefen Recherche ein zweites Leben bekommen? Back to the real gatekeeping. Das scheint eine spannende Sache zu sein

Der Clou kommt aber noch. Finanziell steht nämlich hinter Mahalo Sequoia Capital. Und das ist die Firma, die auch Yahoo und Google zum Start unter die Arme gegriffen hat. Die scheinen sich also auch was dazu zu denken. Ich auch: ein Prozent vom Suchmaschinenmarkt ist doch auch schon mal was ;-)