Silicommdada
Auf dem Steckenpferd unterwegs im Silicon Valley
Archive for Zukunftsmusik
October 2, 2008 at 2:04 am · Filed under Zukunftsmusik
Silicommdada wird künftig schweigen - denn neue Aufgaben führen mich zurück nach Deutschland. Mehr dazu unter www.bielenstein.com und www.branding-institue.ch. Die gute Nachricht für mich ist aber, dass ich noch einen Koffer im Silicon Valley habe. Mehr dazu unter www.miaplaza.com.
Vielen Dank an die immerhin rund 400 Leser pro Posting - für Eure Emails und Feedbacks.
CU
July 28, 2008 at 2:25 pm · Filed under Suchmaschinen, Zukunftsmusik
Gedanklich hatte ich schon die erste Zeile dieses Beitrages formuliert…. Er sollte heißen: Endlich mal was wirklich Neues - tja und dann habe ich meinen letzten Beitrag gesehen. Haaa!
Also gut, anscheinend wird es etwas langweilig im Valley und dazu könnte ich demnächst auch mal etwas schreiben. Aber für heute der Hinweis auf Cuil. Eine neue Suchmaschine, die heute ihre Pforten geöffnet hat. Das Team besteht aus einigen ehemaligen Google-Leuten. Die sollten also wissen, was sie tun. Cuil tritt mit dem großen Spruch an, etwa dreimal so viele Webseiten indiziert zu haben, wie Google. Konkret sollen es rund 120 Milliarden sein. Dazu kommt, dass die Ergebnisse etwas übersichtlicher, weil in Kategorien sortiert, präsentiert werden. Das könnte wirklich mal was sein. Meine ersten Versuche bringen gemischte Ergebnisse: Cuil ist ein wenig langsam, aber das könnte an der Aufmerksamkeit liegen, die die Seite heute bekommt. Den generischen Begriff Basketball verweigert Cuil wegen zu vielen Treffern, einige wetere Versuche bringen dagegen ganz gute und wirklich übersichtlich sortierte Ergebnisse.
Die Richtung von Cuil ist interessant. Der Vorteil einer Kategorisierung hilft enorm, bei immer mehr Webseiten mit immer mehr Inhalten. Die Technologie verbleibt zwar im klassischen suchwort-basierten Suchparadigma, aber außerhalb davon, etwa die semantic web Experimente von Powerset, hat es ja bislang bis auf große Sprüche nicht viel gegeben. Der Fortschritt kommt also langsam und Cuil bietet da immerhin etwas! Ich bleibe also wohlgesonnen skeptisch und frage mich, ob die 33 Millionen Venture Capital, die Cuil laut Wall Street Journal bekommen haben soll, irgendwann durch Werbung vergoldet werden sollen oder durch einen Verkauf an einen der großen Nachbarn. Yahoo bräuchte dringend mal was Neues und Google darf das nicht zulassen - da kann man sicher einiges rausholen…
January 21, 2008 at 10:13 pm · Filed under Valley Basics, Web 2.0, Zukunftsmusik
Schon einmal mit Nintendos Wii gespielt? Habt ihr in Minortity Report gesehen, wie Tom Cruise dort “in die Daten” greift und sie auf dem Bildschirm hin und her schiebt? Letzte Woche gab es beim Jahresausblick der WebGuild einiges zu diesem Thema zu hören. Und wenn man sich dann noch einmal die Wii und ihre Controller anschaut ist es eigentlich überraschend, dass es noch nicht mehr Geräte dieser Art gibt.
Der erste Schritt wird wohl die Beseitigung der TV-Fernbedienung sein. Wozu braucht man sie, wenn man mit den Spielcontrollern ein perfektes Gerät hat, um den (visuellen) Unterhaltungselektronikcenter im Wohnzimmer zu steuern: Ein Fingerschnippen setzt die Röhre in Gang, mit einer lässigenen Bewegung, so als wolle man eine Fliege verscheuchen, wird die Glotze abgestellt. Eine Bewegung als wolle man eine Buchseite umblättern erlaubt das zappen - wie lange wird es wohl dauern, bis niemand mehr bei dieser Bewegung an ein Buch denkt
Dahinter steckt die Idee, so Bill Scott, User Interface (UI) Chef Entwickler bei Netflix und Yahoo Veteran, dass die Spielkonsolen sowieso immer mehr Funktionen im Verbund mit dem Fernseher übernehmen werden. So ist bereits heute die Play Station ein Blue Ray Disk Spieler, die Konsolen können bereits bzw. werden in Kürze auch Leihfilme abspielen, die man aus dem Internet lädt. Dazu werden sie als Internetbrowser funktionieren… (Konkurrenz kommt vom Kabelanschluss, bei dem man hierzulande auch eine Settop-Box hat, das ist aber ein anderes Thema). Gesteuert wird alles über die kabellose Konsolenbedieung, die keinerlei Unterlage braucht wie heute noch die PC-Mäuse und deutlich weniger Knöpfe hat, als die Fernbedienung.
Im nächsten Schritt geht es dann an die Maus. Den ersten Schritt hat Logitech bereits gemacht - es gibt die Funkmaus, die ähnlich wie ein Wii Controller funktioniert. Sie ist nicht mehr an die Schreibtischplatte gebunden, sondern funktioniert auch in der Luft. Aber sie bietet bislang nur das, was auch die Maus kann. Auch Apple zeigt einiges auf dem Trackpad des neuen Laptops Macbook Air. So kann man etwa mit Daumen und Zeigefinger Bilder “aufziehen” und so vergrößern. Soll es aber nicht ein wenig mehr sein? Ein lässiges Wedeln mit den Hand, das den Befehl Start>Ausschalten ersetzt? Markieren von Wörtern oder ganzen Zeilen, in dem ich sie einfach mit dem Finger einkreise?
Keine Frage, da kommt in den nächsten Monaten einiges auf den Markt und die Maus wird es in einigen Jahren nur noch im Computermuseum geben.