Silicommdada
Auf dem Steckenpferd unterwegs im Silicon Valley
Archive for March, 2007
March 27, 2007 at 11:21 pm · Filed under "Old Media"
Letzte Woche kam Time im neuen Look. Sehr nett, aber nicht aufregend. Denn das Layout gefällt (mir), aber sonst passiert nicht viel. Gut, das ist ein weiteres Mosaiksteinchen des Umbaus, der damit begann, dass seit Januar das Magazin zum Wochenende kommt.
Aber der spannende Punkt ist, dass dennoch immer mehr Leser verschwinden, und zwar ins Internet. Ein kleiner Beleg: Die Leserbriefecke in der Printausgabe heißt ab sofort Inbox (Gewagt ;-), weil die Leser sowieso nur noch Emails schreiben. Kurz: keinem (Print-) Medium gelingt es, die richtige Brücke ins Web zu finden. Klar, nicht so leicht, mal schauen … nein, spontan fällt mir auch nichts ein. Time macht es wie die deutsche Namensvetterin und bietet die Verlängerung der Artikel im Netz an, mit Zusatzinfos, Bildern etc. Jetzt kommt sogar ein Blog dazu und - fast schon interaktiv-Web 2.0 usergenerated-mäßig - zur Kolumne “10 Questions” kann man Vorschläge für Fragen einschicken .
Und dann flattert mir heute die neue Ausgabe von Wired ins Haus.

Na also. Geht doch. Ich schicke mein Foto an Wired und in der JuniAusgabe habe ich meinen eigenen Titel, mit meinem Bild. Juhu. Klappbrücken können so viel Spaß machen!
March 27, 2007 at 9:10 am · Filed under Events
Blogger-Event in Berlin: republica tagt vom 11.-13. 4. in Berlin. Da bin ich doch dabei und schau mir das mal an!
March 21, 2007 at 11:03 am · Filed under Web 2.0, Politik
OK. Zeit über Politik zu reden. Politiker, Wahlkampf und das Internet um genau zu sein. Eigentlich ist das ein sehr langweiliges Thema. Weil es, naja, sagen wir mal, sehr gewöhnlich und vorhersehbar ist. Agit-Prop-SMS-Technik aus der Kampa - ganz nett, Blogs - ok, Web-Sites - schon mal die Seite Eures Abgeordneten angeschaut?
Hier geht es jetzt langsam in Sachen Wahlkampf zur Sache. Die Kandidaten zu den Vorwahlen bringen sich in Position. Es geht um die nächsten Präsidentschaftskandidaten. Die Kandidaten reisen rum, reden, sind im TV, sie schreiben Blogs, sie lassen Blogs schreiben, zahlen auch die eine oder andere Anzeige in Politikblogs, müssen sich Kritik von anderen Politikblogs anhören, dass sie dort keine Anzeige schalten…
Seit ein paar Tagen macht hier aber ein Filmchen Furore, das auch mir richtig Spaß macht: es kommt nämlich nicht von einem der Kandidaten bzw. deren Kommunikationsexperten, sondern (angeblich, hoffentlich) von irgendwem, einem normalen, echten User. UPDATE AM 23.: DAs kommt davon, wenn man an den Weihnachtsmann glaubt. Der “Täter” ist entlarvt und kommt aus dem Team, das für Barack Obama die Web-Site baut. Das ist peinlich. Jaja, und von denen hat keiner einen blassen Schimmer gehabt… Aber ich denke, die Idee ist gesetzt. Wahlkampf 2.0 Web 2.0 in der Politik: jetzt nehmen die Wähler den Wahlkampf selbst in die Hand.
Hier gehts zum Film (Sorry, einbinden klappt technisch nicht, zerhaut mir die ganze Site…)
Und das geht ab, wie eine Rakete. Zum Vergleich: Hillary Clintons Web-Site hatte im Januar laut Wall Street Journal rund 828.000 Besucher, die van Barack Obama - der von dem Film profitieren soll - etwas mehr als eine halbe Millionen. Das Video haben dagegen in den letzten Tagen mehr als eineinhalb Millionen Menschen gesehen, die vielen Kopien die inzwischen im Umlauf noch gar nicht mitgezählt. DAS wird wirklich interessant. Virale Methoden in diesem Geschäft. Da wird sich doch ganz schnell einer einen politischen Grippevirus fangen. Mal schauen, wann die ersten gefälschten “User-generated” Videos auftauchen, wo die Kandidaten dann später zugeben müssen, etwas nachgeholfen zu haben…
March 20, 2007 at 12:18 am · Filed under Communications, Valley Multis
Wie verdient Sun eigentlich Geld? Ich weiß es immer noch nicht. Die machen Java - hab ich auch auf’m Rechner, geben ihr System Solaris einfach so her, verkaufen Workstations und Server…Und sind irgendwo in der Mitte der Fortune 500, eine der größten und populärsten Firmen des Valleys, auf der Top 20 der beliebtesten Arbeitgeber.
Und jetzt hat Sun Startups entdeckt. O.K. andere haben das schon vor langer Zeit gemacht, und wie gesagt, genau weiß ich immer noch nicht, was die mir verkaufen wollen. Aber egal, gestern hat Sun gepunktet! Das Mashup-Event, das erste seiner Art, extra für Startups und - nur damit ihr das wisst, so haben die das genannt, nicht ich - es brachte Micheal Arrington und Tim Bray auf die Bühne. Michael ist mit seinem Techcrunch wohl der einflußreichste Blogger im Valley, der mit wenigen Zeilen ein Startup hoch und auch in den Keller schreiben kann. Tim ist ein Internet Veteran, hat an der Erfindung von xml mitgearbeitet, schreibt einen wunderbaren Blog, hat schon eine ganze Menge skeptisches zu Web 2.0 gesagt und ist auch sonst ein netter Zeitgenosse, wie ich beim kurzen Plausch mit ihm feststellen konnte.
Da saßen sie dann nun, der Mike und der Tim. Mike mit soo tiefen Ringen unter den Augen, dass ich sofort vor Augen hatte, wie er seine Nächte vor dem Rechner verbringt… Das Mundwerk groß genug, aber die richtige Portion Selbstironie (”Meine Mutter muss ihren Freundinnen sagen, dass ihr Sohn ein Blogger ist…”), die es dann rettet. Tim, mit wirklich klugen Sätzen und einem sehr angenehmen Stil. Das war nett anzuhören und unterhaltsam, hat aber inhaltlich nichts Neues gebracht.
Den Punkt, den hat Sun gestern auch ganz anders eingefahren: Denn zum Beginn der Veranstaltung stand plötzlich Jonathan Schwartz, der CEO von Sun (der mit dem Zopf und der Müsli-Brille) vor uns rund 100 Startupern. Wir durften einfach fragen, was wir wollten. Und er hat einfach ein wenig erzählt, wieso sich Sun für Startups interessiert, und so. Wie gesagt, das habe ich immer noch nicht ganz verstanden - aber dass die das Ernst meinen, haben sie uns ganz einfach klar gemacht. Wirkt garantiert, die Nebenwirkung bei mir und meinen Nachbarn war klar: Punkt für Sun! Geht ganz einfach: Einfach mal den Chef vorbei schicken.
March 19, 2007 at 8:03 am · Filed under Entrepreneure, Valley Basics
Ein wunderbares Thema zum Start. Vergangenen Donnerstag gab es eine Veranstaltung unter dieser Überschrift bei der German American Business Association (GABA). Klar, keine Überraschung, dass niemand eine Anwort darauf hatte, wie es 2012 hier im Valley aussehen wird, welche Trends dann vorherrschen, und überhaupt…
Aber es war ein wunderbarer Abend, der “in a nutshell” brachte, was das Valley bewegt. Ein paar Kostproben:
Jean-Louis Gassee, Partner bei Allegis Capital: “Hier interessiert sich niemand für die Farbe meines Passes, niemand für meine Hautfarbe, niemand für meinen Akzent, neimand für das, was ich gemacht habe. Das einzige was interessiert: What do you do? What do you know?”
Henry H. Wong, Serienentrepreneur und CEO von Diamond TechVentures: ” Das Silicon Valley wird auch gegen China bestehen. Die besten chinesischen Entrepreneure kaufen hier gerade die teuersten Villas. Vielleicht wird in Zukunft mehr in China programmiert werden, aber Silicon Valley wird der Thinktank bleiben, weil hier so fokussiert nachgedacht wird, wie sonst nirgends auf der Welt.”
Charly Kleissner, PhD , Partner bei Acumen Fund: “Hier ist so viel Geld im Silicon Valley. In den nächsten Jahren wird davon immer mehrfür philanthropische Projekte ausgegebene werden.”
Tony Seba, Autor von “Winners Take All”: Wir müssen uns nur einmal anschauen, was hier passiert ist, als wir die “schlechten” Jahre hatten. Da hat sich Apple, Symantec oder eine Firma wie Netflix entwickelt.”
Und zum Schluss noch eine wunderbare Einsicht von Jean-Louis Gassee: “Jedesmal, wenn ich gefeuert wurde, hat es mir sehr viel gebracht: finanziel, wegen schöner Abfindungen; Business-Chancen, weil ich zu neuen Ufern aufgebrochen bin; Spirituell, weil ein Tritt in den Hintern immer mal ganz gut ist”
I’m really loving it!