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Silicommdada

Auf dem Steckenpferd unterwegs im Silicon Valley

Archive for May, 2007

Die Zukunft der Online-Werbung (oder so ähnlich)

Gestern ging es bei der Web Guild um die Zukunft der Online-Werbung. Also, sie ist smaragd-grün, schmeckt nach Erdbeere und Avocado, und wirkt je nach Reifegrad fade im Nachgeschmack, aber mit viel kalifornsichem Chardonnay geht es… Nein, es war aber selbstverständlich so, dass die im Veranstaltungstitel enthaltene Frage nicht beantwortet wurde. Dennoch war es sehr aufschlussreich, die aktuellen Themen und Probleme (im englischen ein Wort: issues) der Branche unter dem Brennglas präsentiert zu bekommen. Ihr werdet einiges von dem wieder finden, was mich hier schon beschäftigt hat und “latürnich” einige Binsenweisheiten, die man aber immer wieder gerne sieht (dazu sehr viele Anglizismen, sorry, aber ich weiß nicht, sie zu übersetzen):

  • Suchmaschinen gewinnen als die neue Portale des Webs immer mehr Einfluss, sie werden zum Gatekeeper für jede Form von Content. Dazu präsentierte Moderator Safa Rashtchy (hier der Link zu seinen recht netten Folien) noch einen interessanten Trend: User geben auf Suchmaschinen generische Begriffe ein und hoffen dann anscheinend auf Problemlösungshilfe durch die Suchmaschine. (Das widerspricht allerdings dem Trend, dass die Suchmaschinensuchanfragen immer mehr Wörter enthalten - ich kann es mir nur als Unterschied zwischen erfahrenen bzw. zielgerichteten Usern und unerfahrenen oder auf Unterhaltung ausgerichteten Suchanfragen vorstellen).
  • Safa Rashtchy sieht erst jetzt die Zeit des Internets als Massenmedium kommen. Er meint damit nicht die zunehmende Anzahl der User sondern die Tiefe der Nutzung: das Web zieht vom Schreibtisch ins Wohnzimmer, ja selbst in die Küche ein, es kommt mit dem Handy mit… Kurz: es ist immer dabei, egal wo wir sind und was wir machen. Angeblich surft ein rundes Drittel aller TV-Zuschauer hier in den Staaten parallel zum Glotzen immer oder oft im Internet.
  • Immer mehr User lehnen die traditionellen Formen der Internetwerbung ab!
  • Entwicklungen im Web 2.0 mit Usergenerated Content, Blogs, Flickr, Youtube & Co sowie Myspace & Verwandte nehmen Firmen immer mehr die Kontrolle über ihre Marke aus der Hand. Auf dem Podium machte das Schlagwort von der “Usergenerated Brand” die Runde.

Die Folge ist, dass dann unter anderem Suche und darauf abgestimmtes suchmaschinenrelevantes Marketing zum Branding Tool wird. Völlig unklar ist aber nach wie vor die Wechselbeziehung zwischen Offline-Werbung, Bannern und Textanzeigen. Es ist jedoch, darin waren sich die Werber auf dem Podium einig, eine Illusion, wenn man Online-Werbung völlige Kostentransparenz unterstellt. Man kann zwar leicht messen, wie viel der entscheidende Klick zur “Transäkschen” gekostet hat und wie viele Klicks für eine Transaktion nötig sind. Man weiß jedoch überhaupt nicht, wie viele Offline- und Online-Impressions nötig waren, um zu diesem entscheidenden Klick zu kommen.

Genauso wenig ist klar, wie hoch der Branding-Effekt von Textanzeigen ist. Klar ist dagegen, dass aus diesem (und keinem anderen) Grund schlagwortbasierte Textanzeigen immer stärker von Brandmanagern genutzt werden. Das führt wiederum dazu, dass sich viele kleinere Anbieter die (Nischen-) Schlagworte für Textanzeigen nicht mehr leisten können. Sie weichen daher auf Marketing-Alternativen aus: PR, Buzz- bzw. Wort of Mouth Marketing, Blogs etc. An dieser Stelle wurde es dann jedoch sehr still auf der Bühne. Es fielen noch ein paar Worte wie bessere Werbefilme (warum freut sicher jeder auf die Superbowl-Werbetrailer…), mehr Kreativität, aber dann war’s vorbei.

Dass es an einem anderen Punkt nicht völlig still war, letztlich aber viel zu wenig diskutiert wurde, war enttäuschend. Es geht um personaliserte und gezielte Werbung und Datenschutz. Als das Publikum bei Bennett Zuckers Satz “man soll seine Browser Cookies nicht löschen” nur gelacht hat, sagt beinahe schon alles. Irgendwo fiel dann noch mehrfach das Wort Transparenz, aber wann und wie wurde nicht mehr weiter geführt. Google-Experte Brian Schmidt redete an dieser Stelle nur noch vom User im Zentrum von Googles Aktivitäten… Von den Werbern hätte ich mir bei der Wichtigkeit des Themas dazu mehr erhofft. Denn wenn man genügend Transparenz herstellen könnte, finde ich gezielte und personaliserte Ads gut. Ich habe da die klare Meinung, dass ich gerne Werbung für Produkte sehen würde, die mich interessieren. Beispiel: Gerade steht der Laptop Kauf für meinen Sohn an. Da würde ich mich über die aktuellen Angebote im bzw. am Rande vom Browserfenster freuen. Aber nach dem Kauf bitte nicht mehr. Und ich möchte Kontrolle über meine eigenen Daten haben. Punkt!

Mein Fazit zur Zukunft der Online-Werbung? Ganz einfach: Banner, Videowerbung etc. wird es weiter geben - mit mehr oder weniger Kreativität, eher mehr als weniger “targeted”. Aber die Zukunft des Brand-Managements und auch eines großen Teils der Werbung gehört PR-Leuten, Reputation- und Issues-Managern mit solidem Internetknowhow sowie allen, die im Stakeholdermanagement zu Hause sind. Und das werden keine Dummbeutel sein, von denen es immer noch zu viele (immer feste druff!) gibt. Das konnte auf dem Podium aber keiner sagen. Dort saßen nämlich nur Werber und Anzeigenvermarkter…

PS für CW: Diesmal gab es eine Google Commuter Mug. Die wird nicht nur einen Ehrenplatz in meiner Google Offline-Gadgets Sammlung bekommen sondern auch benutzt werden ;-)

PPS für Alle: Ich wollte eigentlich noc einen Link auf einen sehr schönen Artikel zum targeted Marketing aus der gestrigen New York Times einbauen. Habe ich vergessen, hier ist er.

Der 3. Weg (ins Internet): WiFi, der Kampf um Frequenzen und um noch mehr…

Hier in den Staaten bereitet sich der eine oder andere auf eine neue große Auktion vor. Es geht um die 700 MHz Frequenzen, die derzeit Zug um Zug frei werden, weil sich die Glotze (TV) aus diesem Bereich zurück zieht. Die Federal Communications Commision bereitet nun die Auktion dieser Frequenzen für das kommende Jahr vor. Der spannende Teil der Geschichte ist, dass noch gar nicht ausgemacht ist, was demnächst auf diesem Frequenzband stattfindet. Derzeit bereiten sich etwa Startups für den kabellosen Internetzugang vor, neben denen sich die millionenschweren Kabelbetreiber in Position bringen. Dazu kommen noch ganz andere Anbieter, wie etwa ein Dienstleister namens Arcadian Networks, der gerade mit 90 Millionen Venture Capital versehen, Unternehmen mit einer besseren Breitband-Kommunikations-Infrastruktur im ländlichen Raum versehen will.

Nun war ich ja letzte Woche viel frühstücken (sorry, habe lange darauf gewartet, endlich selbstreferenziell zu werden), unter anderem auch auf einem Frühstück mit dem FCC Chair Kevin J. Martin im Churchill Club. Als das Gespräch auf die anstehende Auktion kam, hat der gute Mann dann eine sehr interessante Geschichte erzählt. Man sehe nämlich die Frage des Wettbewerbs im Zungangsgeschäft zum Internet durchaus kritisch. Dazu muss man wissen, dass hier derzeit ein extrem harter Wettbewerb zwischen Kabelanbietern und Telefongesellschaften um das Zugangsgeschäft läuft. Und das im Schatten einer penetranten Fusionitis in den einzelnen Sektoren, wie etwa das Beispiel at&t zeigt. Nun, die FCC - so Martin - sieht die kabellosen Zugänge als dritte Säule im diesem Wettbewerb. Ist also schon eine Vorentscheidung für den Zugang zur Auktion gefallen? Dürfen gar nicht alle mitmachen - oder zumindest nur mit Einschränkungen? Und was ist mit stillen Zugangsexperimentierern wie Google. Mein großer Nachbar um die Ecke hat diese Woche sein Go erhalten, zusammen mit Earthlink ganz San Francicso mit einem kostenlosen kabellosen Zugang zu versorgen.

Und das Sahnehäubchen: Anbieter von Internetdienstleistungen und Internetzugangsbetreiber streiten sich hier unter dem Stichwort Net-Neutrality unter anderem darum, ob es in Zukunft (kostenpflichtige!) Schnellbahnen für bestimmte Datentypen geben soll. Dieser Streit ist noch lange nicht ausgetragen und schwelt im amerikanischen Kongress in mehreren Ausschüssen vor sich hin.

Bin ich ein Schelm, wenn ich mir vorstelle, dass das die Kulisse ist, vor der etwa Google und Co derzeit in San Francisco nur üben, um im nächsten Jahr bei den Auktionen zuzuschlagen?

Fundsache II: Umbennenung im Jahre 2001

Habe noch mehr aufgeräumt und bin über eine alte Pressemeldung in meinem Fundus absurder Veröffentlichungen gestoßen. Erinnert sich noch jemand an die Zeit als seitenweise Anzeigen geschaltet wurden, die mitteilten “X heißt Y” (Hintergedanke war sicher häufig: Wir machen Euch jetzt mal ein X für ein U vor…). Ein besonders schönes Exemplar hat die Financial Times Deutschland damals fabriziert: “Positio.Net heißt jetzt Stellenanzeigen”. *lach* Bevor sie ins Altpapier wandert, möchte ich sie Euch nicht vorenthalten

Die ist auch heute noch gut…

Fundsache I: Nachmal Yahoo und Microsoft

Beim Aufräumen fällt mir noch ein Artikel vom Freitag in die Hand. Ein O-Ton von Microsofts CEO Steve Ballmer zu Akquisitionen. Auf der Software 2007 Konferenz in Santa Clara hat er erstens gesagt, dass Microsoft laufend Akquisitionen tätige, die zur Strategie passen, und zweitens auf die von Publikumslachern begleitet Frage, ob Microsoft auch Unternehmen für 40 bis 50 Milliarden Dollar kaufe, geantwortet, “Wir könnten”. Gut gebrüllt, Löwe, ob das ausreicht, die Konkurrenz einzuholen?

Zuschauer verzweifelt gesucht!

Dieser Artikel im Chronicle ist mir buchstäblich ins Auge gesprungen: 2,7 Millionen TV-Zuschauer sind im Frühjahr verschwunden. OK, eigentlich sind sie noch da, aber sie haben sich entschlossen, einfach nicht mehr in die Glotze zu schauen. Sie machen etwas anderes, etwas Besseres? Gut, meine Meinung ist da ganz klar: Etwas Besseres zu tun, als amerikanisches Fernsehen zu schauen, ist eine Hürde, die in unmittelbarer Bodennähe angesiedelt ist. Ich bin hier weitgehend TV-Abstinenzler geworden. (Ich gucke Sonntag Abends Tatort, den ich mir bei Shift.tv aufnehme). Ansonsten: Mal die Newshour mit Jim Lehrer, hin und wieder eine von den Late Night Shows, einmal im Quartal zappen und das Superbowl-Finale. Zur Zeit würde ich vielleicht noch Golden State in den NBA-Playoffs gucken, aber die Sender habe ich leider nicht gebucht…

Aber zurück zum Thema: Kommt hier das im Valley viel-strophig besungene Ende des alten Fernsehens? Schauen die Leute Youtube statt TV? Suchen sie sich ihre Sendungen im Web zusammen, statt sich etwas vorsetzen zu lassen? Es scheint, als kommt hier einiges zusammen: Über die miese Qualität der Sendungen wird hier bereits seit vergangenem Jahr geschrieben. Es gibt viele Wiederholungen und die Serien werden immer flacher. Bis auf “American Idol” und “Dancing with the Stars” gibt es keine Blockbuster. Und selbst bei diesen Sender-Superstars kann man sich das Beste direkt im Web anschauen! Dazu kommen dann die neuen Sehgewohnheiten. Clips statt komplette Sendungen, selbst zusammengestellt statt vorgesetzt, ersurft statt gezappt, dazu wird parallel online gechattet. Oben drauf kommt als Sahnehäubchen, dass hier in den USA in diesem Jahr früher auf die Sommerzeit umgestellt wurde. Und selbst hierzulande gilt: wenn es abends länger hell ist, merken die Leute eher, dass es ein Leben jenseits der Glotze gibt.

Die Zuschauerstatistiken erscheinen für die Sender zur Unzeit. Nächste Woche stellen sie der Werbeindustrie ihr Herbstprogramm vor. Und schon tönt es aus der Werbeecke, man werde nicht im Voraus Preise bezahlen für Zuschauer, die dann im Herbst gar nicht da sind. Damit stehen bei den Sendern zumindest vorübergehend Budgets in Frage, die dringend benötigt werden, um attraktivere Sendungen zu produzieren. Besser kann man sich eigentlich kein Szenario für eine Abwärtsspirale ausdenken.

Sollten die Werbepreise tatsächlich sinken, ist damit wenig für die Werbetreibenden gewonnen. Denn für die heißt es auch, dass sie weniger Menschen erreichen, als sie eigentlich möchten. Die Crux an der Sache ist, dass es zur Zeit nicht genug alternativen Werbeplatz gibt. Denn auch wenn die User im Internet sind - dort gibt es (noch) nicht die passenden Werbeplätze. So ist etwa die Frage, wie man zwischen Trash-Clips auf Youtube wirbt, immer noch nicht beantwortet. Auch auf Myspace kann man kaum für Waschmittel werben. Seriöse Angebote sind für eine ganze Reihe von Zielgruppen Mangelware. Und bei vielen Web-Sites haben die Werber inzwischen gemerkt, dass sie als Werbeplatz kaum zu nutzen sind. Ein kleiner Beleg: Die vor wenigen Stunden erschienene Meldung, dass Facebook ab sofort kostenlose Werbung anbietet, heißt ja nichts anderes, als dass die Facebookler ihren Werbeplatz nicht verkaufen konnten (Was ich mir bei dieser Gelegenheit nicht verkneifen kann: Was wird wohl heute beim Studivz-Käufer Holtzbrinck los sein, wenn die das mit Facebook lesen *lach*). Was passiert auf so einem Markt. Richtig: die Preise für gute Werbeplätze steigen. Aber Werbung hängt auch davon ab, dass sie in ausreichender Menge und Frequenz erscheint. Und da hapert es, wenn nicht genug Werbeplätze da sind. Ergo: Zündende Ideen sind gefragt, und überzeugende Alternativen zur klassischen Glotzenwerbung. Das ist eine typische Silicon Valley Konstellation und ich freue mich auf die kommenden Wochen und Monate, die sicher viele Lösungsvorschläge bringen werden. Nächste Gelegenheit zum kibitzen: Bei der Web Guild geht es kommende Woche um die Zukunft der Online-Werbung. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Digg und die Folgen: User-generated Strategy!

Heute beim Frühstück mit Startup-Chefs fällt mir auf, dass die Geschichte mit Digg doch den einen oder anderen Web 2.0 - Entrepreneur ganz schön durchschüttelt. Sooo war das dann doch nicht gedacht mit dem user generated content. Die Nutzer sollen zwar das Futter liefern, aber doch nicht mitbestimmen, wie der Hase dann läuft.

Mein wesentlicher Eindruck ist, dass man da noch gar nicht drüber nachgedacht hat. Typisch für hiesige Verhältnisse und sicherlich die Kehrseite des extrem fokussierten Arbeitens hier im Valley: alles was nicht unmittelbar für heute und morgen relevant ist, bleibt ausgeblendet. Dass sich Startups deshalb über Untiefen und Gefahren ihres Geschäfts nicht klar sind, ist mir auch vor rund zwei Wochen beim Web-Monday aufgefallen. Von den dort versammelten rund 40-50 Entrepreneuren und Internetexperten wußte nicht einer, wer die technischen Standards macht, die die Basis ihres Geschäft sind. Einen ähnlichen Eindruck habe ich vor einigen Wochen im Gespräch mit einem führenden Facebook Mitarbeiter mitnehmen können. Die haben ja auch schon ihre Erfahrungen mit einem User-Aufstand. Auf meine Frage, was sich bei Facebook seitdem verändert hat, bekam ich nur die Antwort, jetzt sei doch alles wieder in Ordnung. Na dann…

Digg: Aufruhr im Wilden Westen

Hier geht es in diesem Tagen wieder einmal sehr roh zur Sache. Digg.com hat aufgrund von Druck durch Unternehmen einige Postings gelöscht, in denen ein paar intelligente Tüftler einen Code veröffentlicht hatten, der es anderen Tüftlern erlaubt, den Kopierschutz von hochauflösenden DVDs zu knacken. Das hat zum Aufstand der User geführt, die protestiert und den Code massenweise geposted haben, so dass Digg schließlich kapituliert hat und nichts mehr löscht (hier das Ganze sehr schön zusammengefasst in der New York Times und hier etwas technischer im Spiegel).

Nun ja, kommen hier die „guten alten“ Zeiten wieder, zurück in die 60er? Demo? Straßenkampf? Und alles für umsonst für alle? Nope – aber: ganz klar ist doch, dass ein Musiker/Filmer irgendwie seine Brötchen verdienen möchte, die Industrie auch verdienen will und dass es niemals einen sicheren Kopierschutz geben wird. Der entscheidende Punkt ist dann für mich, dass die Unternehmen in Hollywood & Co keinen Weg finden, glaubwürdig und nachhaltig zu kommunizieren, dass sie und die Künstler ein Recht haben, an den Filmen und der Musik Geld zu verdienen, die sie produzieren. Stattdessen fuchteln sie nur mit dem Revolver, dem Sheriff und den Anwälten rum. Was ist das für eine Gemengelage, in der es einerseits null Unrechtsbewusstsein bei Konsumenten gibt, Musik und Filme zu kopieren, andererseits Unternehmen wie Sony keine Bedenken haben, einen „Sonytrojaner“ auf anderer Leute Rechner zu schmuggeln? Ach so, ja der Staat, hat den jemand gesehen? Geht es bald zu wie bei dem Bahntycoon von Sergio Leone, der sich seine eigene bewaffnete Aufräumtruppe gekauft hat, um „seine“ Ordnung zu schaffen.

Die Ursache für den aktuellen Turmoil sind Abmahnungen bzw. Unterlassungserklärungen, mit denen die Anwälte der betroffenen Firmen versucht haben, die Veröffentlichung des Codes zu verbieten. Da war es völlig klar, dass es nur Stunden dauern würde, bis es unter Verweis auf das 1. Amendment der amerikanischen Verfassung (Redefreiheit) zum kollektiven Aufschrei im Social Web kommen würde. Das einzige Ergebnis: Der Graben ist noch tiefer geworden, über den hinweg es einen Konsens in der Internet-Gesellschaft zum Thema Rechte und (geistiges) Eigentum geben muss. Ohne den geht gar nichts, ohne den wird auch die beste Regulierung nicht funktionieren. Wieso komme ich eigentlich darauf, dass es in den beteiligten Unternehmen am ehesten eine Reihe smarter, phantasievoller, gut bezahlter Leute geben müsste, die das wissen sollten?