Silicommdada
Auf dem Steckenpferd unterwegs im Silicon Valley
February 2, 2008 at 11:55 pm · Filed under Valley Basics, Regulierung im Web, Internet Wegmarken
Das ist eigentlich ein Thema, über das ich mehr schreiben wollte. Vergangenen Donnerstag hat Lawrence Lessing zum letzten Mal “seine” Vorlesung über die Creative Commons hier in Stanford gehalten. Lessig hat die CC auf den Weg gebracht und damit einen Weg entwickelt, Copyright Internet- und Zukunftsfähig zu machen. (Hier wird es demnächst auch unter CC weiter gehen). Mehr unter CC und auf Lessigs Web-Site.
Lessig wird CEO der CC Organisation bleiben, sich aber künftig hauptsächich dem Kampf gegen Korruption widmen. Da ich nicht erkennen konnte, dass er in seiner Energie auch nur ein wenig nachgelassen hätte - ich habe ihn zwar nicht vorgestern, aber vor einigen Monaten zuletzt gesehen - bin ich sicher, dass wir von ihm auch zu diesem Thema bald viel hören werden. Und es wird sicher wieder kreativ und spannend sein!
February 2, 2008 at 11:44 pm · Filed under Valley Multis, Suchmaschinen, Werbung, Internet Wegmarken
Puhh. Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende über ganz andere Sachen schreiben - und ansonsten morgen in Ruhe Superbowl gucken. Aber das kann man nicht ignorieren und dieser Deal verlangt die ihm gebührende Aufmerksamkeit. Also habe ich heute richtig viel Zeitungen gelesen, Kommentare geguckt und ein wenig rumrecherchiert. Insgesamt haben die Medien - sowohl die hiesigen als auch die deutschen - ganz gut geschrieben. Unterm Strich fand ich die Berichterstattung in der NY Times am interessantesten. Mein liebes Wall Street Journal bot auch sehr viel (wie immer online leider hinter verschlossenen Türen). Wer ein wenig mehr Lokalkolorit haben möchte, dem empfehle ich die Online-Version des San Francisco Chronicle.
Das meiste ist also für den Moment gesagt und geschrieben. Ich meine auch, dass Microsoft die Übernahme dringend braucht, um nicht abgehängt zu werden. Und ich vermute, sie wird auch gelingen, auch wenn die Regulierer genau hinschauen werden. Aber das werden sie vor allem hinterher machen und hinterher wird es sicher interessant sein zu schauen, wie da zwei unterschiedliche Unternehmenskulturen zusammenwachsen sollen, die kaum etwas gemein haben.
Aber ein paar Punkte kommen mir zu kurz. Die NY Times berührt einen der Punkte, der mir ansonsten bislang völlig fehlt. In zu vielen Medien klingt es nämlich so, als würde hier der Show Down eingeläutet. Klar, das ist eine schöne Story. Aber tatsächlich gehen wir gerade erst in die zweite Runde eines Wettbewerbs, der sicher weit mehr als 15 Runden haben wird und in dem viele seiner Teilnehmer noch gar nicht zu sehen sind. Im Internet stehen wir - auch was die Werbung anbelangt - erst am Anfang!
Das im Hinterkopf sollten wir uns noch einmal anschauen, was hier passiert. Sicher, in der Suchmaschinenwelt möchte die Nummer drei die Nummer zwei übernehmen. Das kann man sich leisten, weil man in anderen Bereichen mit Abstand die Nummer eins ist. Aber das betrifft nur den Bereich Suchmaschinen. Es gelten dort die Größenverhältnisse, die wir überall lesen konnten: nach einer Fusion wird Microhoo nur knapp die Hälfte der Suchanfragen haben, die Google weltweit hat.
Schaut man sich aber die Anzahl aller Seiten-Besuche an, bietet sich bereits ein anderes Bild. Zwar ist es auch bei den Unique Visitors die Fusion von #2 und #3. Aber hier werden sich, sollte die Übernahme gelingen, hinterher neue Verhältnisse bieten. Microsoft liegt bei den Besuchern nur knapp hinter Google, zusammen mit Yahoo wird es einen deutlichen rund 80-prozentigen Vorsprung geben. Noch eine Kennzahl, die hier wichtig ist: bei der auf der Seite verbrachten Zeit handelt es sich um eine Fusion von Nummer 1 und Nummer 2. Dort ist Google nur Dritter. Alle Berechnungen übrigens auf Basis der Zahlen, die Comscore bietet. Mein Argument, warum diese Zahlen relevant sind und künftig noch viel wichtiger sein werden: die Werbeformen, die jenseits von Such- und Schlagwörtern erfolgreich sind, entstehen gerade erst. Gegenwärtig überzeugt vielleicht Werbung noch nicht, die Social Network Profile nutzt oder die in ersten Versuchen auf der Basis des Userverhaltens angeboten wird. Sie ist außerdem im Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre sehr bedenklich. Aber wir werden immer mehr Formen dieser Werbung sehen und die braucht keine Suchmaschinen. Alles was sie brauchen sind viele und regelmäßige Besucher. Und dort wird Microhoo nach der Übernahme die Nummer eins sein.
Offen ist für mich auch das Potential, das Yahoo alleine ohne Übernahme hätte. Klar ist, dass Yahoo gegenwärtig schwach wirkt. CEO Jerry Yang hat vergangene Woche angekündigt, dass es nicht vor 2009 einen Turnaround geben wird. Aber die Zahl interessanter Ansätze ist da. So etwa die Kooperation mit über 200 amerikanischen Tageszeitungen zur Vernetzung von Online- und Printanzeigen. Auch scheinen die Investitionen in Suchmaschinentechnik erst jetzt langsam Kraft zu entfalten. Und die Renovierung der Homepage hat im vergangenen Jahr definitiv Fortschritte gemacht.
Bei anderen Erfolgsprodukten, die Yahoo im Köcher hat bzw. zugekauft hat, sehe ich dagegen erst im Duett mit Microsoft richtig neue Chancen. Würde mich nicht wundern, wenn wir etwa nach einer Übernahme bald Flickr im Windows Desktop integriert sehen. Und wer will sich dann noch Picasa zusätzlich runterladen… Runde 2 im großen Internetwettbewerb wird also langsam spannend. Aber das ganze Bild sieht nur, wer sich klar macht, dass es “nur” Runde 2 in einer offenen Anzahl von Runden ist und dass das Thema Suchmaschine nur ein Aspekt der Geschichte ist.
January 30, 2008 at 8:35 pm · Filed under Valley Multis, Mobile, Wirtschaft
Die gestrigen Zahlen von Yahoo waren nicht sehr berauschend. Und tatsächlich hat Yahoo-Gründer und CEO Jerry Yang auch angekündigt, 1000 Arbeitsplätze abzubauen. Aber, so könnte man sich beruhigen, das ist ja Yahoo. Bei denen läuft es schon länger nicht so rund und der Turnaround ist immer noch nicht in Sicht, so dass der eine oder andere sogar schon droht, die Geduld zu verlieren.
Um so spannender wird es morgen, wenn Google seine Quartalszahlen präsentiert. Gerüchteweise hat es auch im Googleplex erstmals nicht die Wachstumszahlen gegeben, die man erwartet hat. Die Steigerungsraten bei den Online-Werbeausgaben bzw. Einnahmen auf Seiten von Google sollen leicht rückläufig sein. Das mag einmal ein Indikator für die ja rundum zur Zeit nicht ganz so stabile US-Wirtschaft sein. Aber es wird auch ein Signal dafür sein, ob bzw. wie immun das Valley gegen die Wirtschaftskrise ist.
Bislang hat man hier den Eindruck, dass es überall in den USA ökonomisch kriselt, nur im Silicon Valley nicht. Hier sind nicht einmal die Immobilienpreise spürbar gesunken, auch wenn die Zahl der Transaktionen in diesem Sektor immerhin stagnieren und zum Teil zurückgehen. Um so mehr könnte es ein Signal sein, wenn sich Google morgen räuspern würde. Dann könnten einige andere schnell ins röcheln geraten. Und weil ich schon mal bei prognostizieren und spekulieren bin: 5 Tage vor dem Super Tuesday, an dem auch hier in Kalifornien die Präsidentschaftskandidaten gewählt werden, könnte das auch das eine oder andere bewirken. Etwa nach dem Motto, mehr Sicherheit als Change?
Also schauen wir einmal gespannt darauf, was uns die Such-Helden aus Mountain View morgen bescheren werden. In den vergangenen Monaten hat die Aktie konstant nachgegeben, heute hat sie im Nasdaq etwa ein halbes Prozent verloren, im nachbörslichen Handel dann noch einmal eineinhalb Prozent. Das Gerücht, Google sei eine Partnerschaft mit Dell eingegangen, um das erste Handy mit dem Google System Android herauszubringen, kam zu spät, um heute noch etwas zu bewirken. Es könnte aber vielleicht morgen allzu schlechte Nachrichten herausreissen. Let’s see!
January 21, 2008 at 10:13 pm · Filed under Valley Basics, Web 2.0, Zukunftsmusik
Schon einmal mit Nintendos Wii gespielt? Habt ihr in Minortity Report gesehen, wie Tom Cruise dort “in die Daten” greift und sie auf dem Bildschirm hin und her schiebt? Letzte Woche gab es beim Jahresausblick der WebGuild einiges zu diesem Thema zu hören. Und wenn man sich dann noch einmal die Wii und ihre Controller anschaut ist es eigentlich überraschend, dass es noch nicht mehr Geräte dieser Art gibt.
Der erste Schritt wird wohl die Beseitigung der TV-Fernbedienung sein. Wozu braucht man sie, wenn man mit den Spielcontrollern ein perfektes Gerät hat, um den (visuellen) Unterhaltungselektronikcenter im Wohnzimmer zu steuern: Ein Fingerschnippen setzt die Röhre in Gang, mit einer lässigenen Bewegung, so als wolle man eine Fliege verscheuchen, wird die Glotze abgestellt. Eine Bewegung als wolle man eine Buchseite umblättern erlaubt das zappen - wie lange wird es wohl dauern, bis niemand mehr bei dieser Bewegung an ein Buch denkt
Dahinter steckt die Idee, so Bill Scott, User Interface (UI) Chef Entwickler bei Netflix und Yahoo Veteran, dass die Spielkonsolen sowieso immer mehr Funktionen im Verbund mit dem Fernseher übernehmen werden. So ist bereits heute die Play Station ein Blue Ray Disk Spieler, die Konsolen können bereits bzw. werden in Kürze auch Leihfilme abspielen, die man aus dem Internet lädt. Dazu werden sie als Internetbrowser funktionieren… (Konkurrenz kommt vom Kabelanschluss, bei dem man hierzulande auch eine Settop-Box hat, das ist aber ein anderes Thema). Gesteuert wird alles über die kabellose Konsolenbedieung, die keinerlei Unterlage braucht wie heute noch die PC-Mäuse und deutlich weniger Knöpfe hat, als die Fernbedienung.
Im nächsten Schritt geht es dann an die Maus. Den ersten Schritt hat Logitech bereits gemacht - es gibt die Funkmaus, die ähnlich wie ein Wii Controller funktioniert. Sie ist nicht mehr an die Schreibtischplatte gebunden, sondern funktioniert auch in der Luft. Aber sie bietet bislang nur das, was auch die Maus kann. Auch Apple zeigt einiges auf dem Trackpad des neuen Laptops Macbook Air. So kann man etwa mit Daumen und Zeigefinger Bilder “aufziehen” und so vergrößern. Soll es aber nicht ein wenig mehr sein? Ein lässiges Wedeln mit den Hand, das den Befehl Start>Ausschalten ersetzt? Markieren von Wörtern oder ganzen Zeilen, in dem ich sie einfach mit dem Finger einkreise?
Keine Frage, da kommt in den nächsten Monaten einiges auf den Markt und die Maus wird es in einigen Jahren nur noch im Computermuseum geben.
December 20, 2007 at 10:29 am · Filed under Valley Basics, Wiedergekäut
Die New York Times bietet heute einen sehr schönen Artikel über das Silicon Valley. Nach dem Studium werdet ihr wissen, was den Unterschied zwischen den verschiedenen Städten und Städtchen in dieser Region ausmacht und warum auch ich plötzlich finde, dass man doch eigentlich mit einem T-Shirt und einer (langen) Jeans ordentlich angezogen ist
Have fun!
December 17, 2007 at 5:38 pm · Filed under Valley Basics, Mobile, Internet Wegmarken
Es schallt uns ja von allen Ecken in die Ohren. Das Internet wird mobil. So müssen wir niemals verzichten und sind immer im Web… Dass das nicht bloß Zukunftsmusik ist, zeigt ein kleiner Beitrag, über den ich vergangene Woche im Wall Street Journal gestolpert bin. Am vergangenen Dienstag berichtet das Journal, dass 0,09 Prozent aller Web-Seiten in den USA im November von einem iPhone aus aufgerufen wurden. Was hier zunächst nach einem völlig unerheblichen Promillchen klingt, ist eine sehr erstaunliche Zahl. Denn erstens gibt es immer noch vergleichsweise wenig iPhones (1,4 Millionen) und zweitens haben alle Handys , die mit einem Windoof System laufen (die werden seit 1996 verkauft und alleine im ersten Quartal 2007 sollen es 3 Millionen verkaufte Exemplare sein) gerade mal einen Anteil von 0,06 Prozent.
Der Unterschied liegt, so vermutet das Journal, in der Qualität des Surfens. Anders als auf den meisten anderen Handys hat das iPhone einen richtigen Browser. Sprich also, auf ihm wird nicht irgendein bleiwüstiges, minimales Internet-Surrogat geliefert sondern das ganze Web. Und das scheint den Usern zu gefallen. Damit lautet also die klare Botschaft: Gebt uns das ganze Web aufs Handy und wir werden es nutzen – immer und überall!
December 7, 2007 at 11:37 am · Filed under Offtopic, Wiedergekäut
Das war’s dann mit 2007. Derzeit schauen alle auf allen Medien - Print, Hör- und Bildfunk wie auch Online - nur zurück. Als Suchmaschine macht man das, indem man das Jahr in Hitlisten der wichtigsten Suchbegriffe auf den Punkt bringt. Der SF Chronicle berichtet diese Woche von den besonderen Methoden, mit der jede Suchmaschine das macht. Yahoo reinigt seine Top Ten etwa um alle generischen Begriffe und bekommt so Britney Spears auf Platz 1. Direkt hinter den Raufern der WWE folgt dann auf Platz 3 eine weitere wichtige Persönlichkeit: Paris Hilton. Viel technischer geht es dagegen bei Google zu. Auf dem 1. Platz ist das iPhone, gefolgt von – hä? – Webkinz (btw: vergleicht mal diese Seite mit www.fragfinn.de und man kann über diesen Sites über alle Dimensionen der Unterschiede zwischen D-Land und USA philosophieren) und TMZ. Nun ja, das seien, so die Google-Geeks, die Suchbegriffe mit den höchsten Steigerungsraten im fast vergangenen Jahr. Auf diese Weise taucht dann auf Platz 9 Facebook und danach - na wenigstens eine, und dazu eine wirklich tragische - Anna Nicole Smith auf.
Ask.com ist dagegen gaaanz ehrlich. Ganz unredigiert taucht dadurch auf Platz 3 Google auf. Verstehe ich zwar nicht, warum ich auf eine Suchmaschine gehen muss, um dann eine andere einzugeben, aber bekanntlich lügen Statistiken ja nicht. Warum aber nicht einmal in dieser Statistik Sex auftaucht, verstehe ich gar nicht. Bei der Yahoo und der Google Statistik sind jeweils zwei elegante Wege beschritten worden, diese erste Fundamentalweisheit des Webs, dass Sex so vieles im Netz antreibt, suchbegriffstechnisch auszuklammern… Aber bei Ask?? Gehen da nur die Saubermänner und -frauen hin? Oder hat sich in diesem Jahr ganz unbemerkt etwas ganz grundsätzliches verändert? Oder – aua - sind gar Britney Spears und Paris Hilton jetzt die Inbegriffe von Sex und wird nach denen eben nicht bei ask gesucht? Oder verspechen sich Ask-Sucher bei dictionary (Platz 2), area codes (Platz5) oder Weather (Platz 7) mehr Sex als bei den beiden eben genannten Damen, oder was? Was soll da 2008 erst bringen…
November 30, 2007 at 10:59 am · Filed under Valley Basics, Events
Alle Jahre wieder… laden Walt Mossberg, der Tech-Kolumnist des Wall Street Journal, seine Kollegin Kara Swisher und Greg Harper, ein Tech-Berater aus New York zum „What’s Hot and what’s not“ der technischen Helfer und Spielzeuge ein. Verstärkung gab es gestern Abend durch Marissa Mayer, Google Vice President für Search & User Experience und – ganz nebenbei – sicher einer der schlauesten Köpfe im gesamten Valley. Zum fünften Mal stellten sie rechtzeitig zur Weihnachtszeit ihre liebsten elektronischen Gadgets vor und lästerten über alles ab, was in den letzten 12 Monaten nicht so ganz gelungen ist.
Mossberg stellte unter anderem den Kindle vor, das neue elektronische Buch von Amazon. Er findet es weder technisch noch im Design gelungen und malte sich aus, Apple würde solch ein Gerät entwickeln und ein Designer käme mit diesem Entwurf in Steve Jobs Büro… Der Rest des Satzes ging dann schon im Lachen des Publikums unter. Das Publikum wies übrigens, sicher aufgrund der Presseprominenz von Walt und Kara, den höchsten Anteil an PR-Leuten auf, den ich je hier im Valley gesehen hatte. Als ob die sich alle für diese tollen Spielzeuge interessieren…
Kara Swisher stellte unter anderem eines meiner neuesten Lieblingsgadget vor: Rumba von irobot, ein computergesteuerter elektronischer Staubsauger, der das Haus ganz alleine putzt. Marissa Mayer ließ sich nicht lumpen und stellte nicht nur ihre elektronischen Lieblingsspielzeuge vor, sondern präsentierte auch einen ersten Blick auf Oberfläche und Anwendungen des Google-Handy Betriebssystems Android. Cool – und Hut ab: das erinnert zwar in einigen Punkten sehr an das iPhone, ist aber mit allen Vorzügen der Google Softwares inklusive Streetview und ihrer genialen Nutzerführung ausgestattet: einfach und klar. Greg Harper ist im Hinblick auf nutzerfreundliche Geräte dagegen völlig schmerzfrei. Er scheute sich nicht zu zeigen, wie er sein solarbetriebenes Netzteil mit einem neuartigen Akku koppelt, um das dann an seinen mobilen WiFi-Accesspoint zu koppeln, der an seinen Handy hängt. Klar: Weil er den WiFi Zugang nicht verschlüsselt, können alle Leute, die er nachts in der Wüste trifft auch ins Internet… Aber Greg macht da nicht Punkt. Er erzählte lang und breit (entschuldigend, dass er ihn nicht mitgebracht hat) von seinem Auto. In seinem BWM hat er nämlich auch einen offenen WiFi-Accesspoint. Wenn ihr also einmal in New York einen großen dunklen BMW seht, zieht direkt Eure WiFi Geräte. Es könnte der Wagen von Greg sein. Kein WiFi Gerät um festzustellen, ob Ihr in Reichweite eines WiFi-Zugangspunktes seid? Kein Problem: Marissa Mayer hatte ein WiFi-Detektor-T-Shirt dabei. Das Logo auf der Vorderseite des Shirts leuchtet auf, sobald man in Reichweite eines Accesspoints ist…
Running Gag des Abends? Überraschend oder vielleicht auch nicht: Jedes Gadget, dass in irgendeiner Form Überwachung ermöglicht (Greg präsentierte etwa den Handspiegel mit integrierter Webcam) oder sonst eine Möglichkeit bietet, die Privatssphäre anzukratzen, wurde direkt als Facebook-Produkt gebranntmarkt. Ob sich hier ein “kleiner” Imageverlust andeutet?
Mein absoluter Favorit war aber der SkyScout, den Marissa vorstellte. Wo immer man auf der Welt das Gerät im Nachthimmel auf einen Stern richtet, es liefert die Information, um welchen Stern es sich handelt. Dazu Sternbilder, aktuelle Phänomene – aktualisiert per Web-Update. Das kommt mir irgendwann auch noch unter den Weihnachtsbaum. Ihr wollt mehr? Hier ist Kara Shwishers Video vom Event…
November 1, 2007 at 8:56 am · Filed under Valley Basics, Events
Ein Monat unterwegs - den größten Teil der Zeit in Deutschland. Mehr dazu demnächst. Heute geht’s um Aktuelles:
Zur “Begrüßung” hier gab es nämlich am Dienstag unser erstes größeres Erdbeben in Kalifornien. Das inzwischen Alumn Rock Quake genannte Beben hatte die Stärke 5.6 und hat uns ganz schön durchgeschüttelt. Zu Hause blieb alles heile und insgesamt gab es kaum größere Schäden, sieht man einmal von Gegenständen ab, die aus den Regalen gefallen sind und zu Bruch gingen sowie einigen zerbrochenen Fensterscheiben und geborstenen Wasser- sowie Gasleitungen.
Das Beben schüttelt einen zunächst körperlich und danach mental durch. Es dauert einige Minuten, sich zu berappeln und das hässliche Geräusch zu verarbeiten, das das Beben gemacht hat. Kinder trösten und beruhigen, danach sofort an den Rechner, denn für solche Fälle gibt es eine Web-Site, die quasi in Echtzeit alle Beben anzeigt. Und dort prangt dann die 5.6 und die Markierung auf der Landkarte, die anzeigt: das war direkt bei Euch um die Ecke. Die Web-Site reagiert langsam, ich scheine nicht der einzige zu sein, der sich das anschaut… Der nächste Gedanke: 5.6, das ist zum Glück nicht soooo viel. Das Handynetz ist minutenlang weg, es scheinen zu viele Leute telefonieren zu wollen. Auf der Web-Site werden in der Zwischenzeit kleinere Nachbeben angezeigt, fast im 5-Minuten-Takt.
Die mentalen Nachbeben kommen jetzt in den Tagen danach. Viele Leute berichten, dass sie geglaubt haben, es sei das “Big One”. Wir checken unsere Vorbereitungsmaßnahmen und stellen fest, dass wir nicht ausreichend auf das “Große” vorbereit sind. Die Handynetzbetreiber sagen, es sei der erste “echte Test” für so einen Fall gewesen, mit dem Ergebnis, dass die Netze überlastet waren. Die Geologen sagen, das Beben erhöhe die Wahrscheinlichkeit des “Big One” um einige Prozent. Und vor allem geht mir durch den Kopf, dass dies alles im Zentrum der Internetindustrie dieses Erdballs passiert. Der Koloß steht auf tönernen Füßen, aber keine Sorge, er wankt nicht, egal was passiert. Wir sind es in Kalifornien gewohnt, Risiken zu einzugehen und sie zu nehmen, wie sie sind… 
September 25, 2007 at 4:27 pm · Filed under Valley Basics, Valley Multis, Web 2.0, Internet Wegmarken
Na also - kaum ist der meteorologische Sommer vorbei, nimmt der Wunderzug der Übernahmen und sonstigen Finanz- und Businessmagie durchs Valley Fahrt auf. Seit gestern berichtet das Wall Street Journal darüber, dass Microsoft bereits seit einigen Monaten mit Hilfe der global arbeitenden PR & PA Firma Burson-Marsteller daran arbeitet, die Übernahme von DoubleClick durch Google doch noch durch die Kartellbehörden in den USA oder in Europa zu verhindern.
Heute legt das Journal mit der Geschichte nach, dass Microsoft an einer Beteiligung an Facebook arbeitet. Sollten die Zahlen stimmen, würde das den (noch kaum materialisierbaren) Wert von Facebook bis an die 10 Milliarden US Dollar hochtreiben. Also ich würde sagen, damit geht Redmont mit 1,5 (halber Punkt Abzug wg. dem hohen Preis) zu 1,49 (Facebook, halber Gummipunkt für den hohen Preis) zu 0 (Google, MySpace) in Führung. Aber keine Sorge. Wir sind noch in der ersten Halbzeit, und auch die ist noch lang. Am Wochenende habe ich zum Beispiel eine kurze Meldung gelesen, in der es heißt, dass Google erneut mit Netzbetreibern redet. Ich würde sagen, hier versucht Google weiter das Terrain zu sondieren, ob man die Netzneutralität gegenüber AT & T und Konsorten erhalten kann, indem man einfach selber zum Netzbetreiber wird…
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